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Am Donnerstag und Freitag war ich auf den XP Days Germany 2007 in Karlsruhe.
Obwohl ich seit langem am Thema Agile Softwareentwicklung interessiert bin, war es für mich die erste Veranstaltung in diesem Umfeld. Ich traf auf eine teilweise eingeschworene Gemeinschaft, aber auch Neulinge wurden freundlich aufgenommen. In diesem Zusammenhang ein Lob an die Organisatoren - der Rahmen für eine solche Veranstaltung hätte kaum besser sein können.
Nun zum Inhalt. Am Donnerstag nachmittag gab es zwei interessante Einführungsveranstaltungen.
TDD Randori and Fishbowl mit Dave Nicolette und Rod Coffin. Hier konnten wir TDD (Test Driven Development - testgetriebene Entwicklung) am eigenen Leib erfahren. In rollierenden Paaren wurde (unter Kommentaren der anderen Teilnehmer) Paarprogrammierung mit Java/ Eclipse gemacht und dabei nach dem "Rezept" von TDD vorgegangen. Ich fand es erstaunlich, wie oft es selbst bei einem so einfachen Beispiel vorkam, dass ein Test grün (also in Ordnung) war, obwohl er im ersten Anlauf rot sein sollte. Ein Grund dafür war z.B., dass man einen Test nicht als solchen deklariert hatte, er also nicht ausgeführt wurde und damit auch nicht fehlschlagen konnte. Eine anschauliche Demonstration dafür, wie wichtig es ist, dass der geschriebene Test zunächst scheitert.
Der Nachmittag schloss mit den sogenannten Lightning talks, einer lockeren Aneinanderreihung von 10minütigen Vorträgen zu verschiedenen Gesichtspunkten rund um Agilität in Softwareprojekten. Themen waren unter anderem DRY, "Den Kunden überzeugen", "Den Manager überzeugen" und "Warum/ wann TDD nicht funktioniert". Für Agilitäts-Profis war dieser Teil sicher nicht so interessant, für mich war es ein guter Überblick über verschiedene Aspekte des Themas und eine gute Gelegenheit, einige der Sprecher der Hauptveranstaltung schon einmal zu erleben.
Der Vorabendempfang bot in gemütlichem Rahmen nochmal Gelegenheit zum Austausch.
Freitag, der eigentliche Konferenztag, war mit drei Tracks voller spannender Vorträge gut gefüllt, und ich fand es gar nicht so leicht, mich jeweils für eine Session zu entscheiden.
Gefreut habe ich mich über die Gelegenheit, endlich einmal Tammo Freese zu hören. Sein Vergleich zwischen Java und Rails in Hinblick auf die Anwendung von Extreme Programming war gut aufbereitet und für mich erkenntnisbringend.
Frank Westphal hatte leider kurzfristig abgesagt, schade. Sein Podcast Tonabnehmer zur agilen Softwareentwicklung (von dem es ja seit Anfang November eine neue Staffel gibt) hat mir immer gut gefallen, daher hätte ich ihn gerne auch einmal live gesehen.
Insgesamt fand ich alle Vorträge, die ich besucht habe, inhaltlich aufschlussreich und die Vortragenden fachlich kompetent.
Besonders schön war es, wenn die spannenden Themen noch durch einen humorvollen und lebendigen Vortragsstil ergänzt wurden - das kam meiner erkältungsbedingt etwas kurzen Aufmerksamkeitsspanne doch sehr entgegen. ;-)
Positiv in dieser Hinsicht fand ich vor allem Bernd Schiffer mit seinem Vortrag DSL am Beispiel Groovy und Stefan Roock zum Thema Einfachheit in Softwareprojekten.
Um aus der vielen Technik nochmal aufzutauchen und ins "richtige" Leben zurück zu kommen, war die Keynote Learning from Expert Innovators von Rob Austin bestens geeignet. Kurz gesagt: man muss Fehler und Rückschläge akzeptieren (oder sogar provozieren?), um zu Innovationen zu gelangen.
"Fail faster to succeed sooner" war eine der Kernaussagen.
Und nur durch diese Keynote habe ich überhaupt von der Existenz der dänischen Firma Vipp erfahren - wie cool! Ich mag skandinavisches Design und könnte mir durchaus vorstellen, irgendwann einmal so einen sündhaft teuren Mülleimer oder Seifenspender zu erwerben. Rob Austin sollte vielleicht mit Vipp eine Provision aushandeln... ;-)